BERN – Vor dem Hauptkampf Klitschko gegen Johnson schlägt sich ein Schweizer in die Herzen der Zuschauer. Nuri Seferi (32) boxt in vier Runden Joseph Marwa nieder. Von Raphael Fiore / Blick / 12.12.2009.
Um 20.21 Uhr marschiert Cruisergewichtler Nuri Seferi aus Burgdorf in die PostFinance Arena in Bern ein. Bereits über 9000 Zuschauer schauen sich diesen Kampf an – das Publikum ist beim Einmarsch des Schweizers begeistert. Unter tosendem Applaus lässt sich der 32-Jährige von Tina Turners «Simply the Best» bereits feiern.
Sein Gegner Joseph Marwa aus Tansania tönt noch vor dem Kampf: «Ich freue mich vor den Fans von Nuri zu boxen. Für mich als hungrigen Löwen ist es normal, international zu kämpfen. Sobald der Gong ertönt, ist man so konzentriert, dass man die Zuschauer ohnehin nicht mehr hört».
Weit gefehlt Joseph Marwa! Die Berner Boxfans pfeifen den Mann aus Tansania gnadenlos aus, das hat selbst Marwa definitiv mitbekommen. Der Burgdorfer Nuri Seferi hat dagegen eine beeindruckende Kulisse hinter sich stehen, die bei jeder gelungenen Aktion des Schweizers lautstark jubeln. Selbst für RTL ist diese Kulisse zu dieser frühen Zeit (der Hauptkampf startet erst in 210 Minuten) ein Rekord – stark!
Nuri ist von Beginn weg der Chef im Ring Mit einer eindrucksvollen Bilanz von 24 Siegen (17 durch K.o.) und lediglich 6 Niederlagen zeigte Nuri Seferi bereits in der ersten Runde, wer der Herr im Ring ist. Joseph Marwa aus Tansania liess sich vom Klopfen vor dem Gongschlag, das den Kämpfern das Ende einer Runde ansagt, irritieren und entblösst seine Deckung komplett. Nuri Seferi nutzt dies jedoch nicht aus, auch für diese sportliche Geste erntet der Schweizer Applaus.
In der zweiten Runde gibt der durchtrainierte Seferi richtig Gas, sein übergewichtiger Gegner stolpert hilflos durch den Ring. Kurz vor Ende der zweiten Runde hagelt es gleich ein halbes Dutzend Kopftreffer für den überforderten Gegner aus Tansania, der prompt in den Ringseilen hängen bleibt. Der Gong rettet den erschöpften Joseph Marwa.
In der dritten Runde hat sich Marwa aber erstaunlich schnell und gut erholt, die dritte Runde ist als einzige ausgeglichen.
Offener Schlagabtausch Die vierte und letzte Runde wird zum offenen Schlagabtausch. Beide Boxer kämpfen mit offener Deckung, die «Nuri»-Rufe spornen den Schweizer nochmals an. Auch in den letzten 30 Sekunden gibt er den Ton an, will das vorzeitige Ende. Doch Joseph Marwa hält die finale Runde durch und beweist Kämpferherz.
Das Resultat fällt dann aber logischerweise deutlich aus: Die Punkrichter fällen einen einstimmigen Entscheid, Nuri Seferi ist der strahlende Sieger.
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